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Intern
    Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Volkskunde

    DFG-Projekt: „Die Rückkehr der Wölfe. Kulturanthropologische Studien zum Prozess des Wolfsmanagements in der Bundesrepublik Deutschland.“

    Leitung:  Prof. Dr. Michaela Fenske  

    Mitarbeiterinnen: Irina Arnold, M.A.

    Marlis Heyer, M.A. 

    Projektförderung: DFG

    Dauer: 2017-2020

    Projektbeschreibung

    Im Mittelpunkt des beantragten Projekts steht die Analyse der wachsenden gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Rückkehr der Wölfe nach Mitteleuropa. Der in Gesellschaft und Politik etablierte Begriff Wolfsmanagement wird im geplanten Vorhaben forschungspragmatisch operationalisiert und weit gefasst. Er bezieht die in der Gesellschaft geführten Debatten, handlungswirksamen Vorstellungen, Praktiken, Haltungen und Werte sowie nicht zuletzt die konkreten Mensch-Tier-Interaktionen ein. Die an den Begriff gebundenen Annahmen, etwa der

    Kontrollier- und Beherrschbarkeit von Leben (hier konkret des Lebens von Wölfen) durch Menschen, werden dezidiert reflektiert. Anhand der Rückkehr der Wölfe in die Bundesrepublik Deutschland fragt das geplante Projekt nach dem sich im Wolfsmanagement manifestierenden Zusammenwirken von Vorstellungen, Wissen und Praktiken (inklusive Emotionen); nach der Aushandlung von Räumen, Werten sowie Rechten der beteiligten menschlichen und tierlichen Akteur/innen; nach Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen; nach den zu Grunde liegenden Verständnissen von Natur sowie den verschiedenen Inwertsetzungen. Konkret geht es darum zu verstehen, was in Deutschland an und über „den Wolf“ sowie mit dem Wolf bzw. mit den Wölfen verhandelt wird. Wofür stehen Wölfe in den jeweiligen Debatten, in verschiedenen sozialen Milieus und Medien? Sind Wölfe Auslöser, Betroffene oder gar Profiteure aktueller gesellschaftlicher Konflikte? Decken die mit der Rückkehr der Wölfe verbundenen Konflikte sozio-ökonomischen Wandel wie den Strukturwandel im ländlichen Raum auf? Wirken die tierlichen Einwanderer womöglich als Katalysatoren eines im Zuge der Globalisierung beschleunigten Wandels in der „Vielfachkrise“ des 21. Jahrhunderts?

    Mit seinen Fragestellungen knüpft das Projekt an unterschiedliche Forschungskontexte an, positioniert sich in spezifischen Forschungsfeldern (kultur- und sozialwissenschaftliche Wildtierforschung, „Anthropology beyond humanity“), und kombiniert diese Zugänge mit weiteren Forschungsperspektiven und –ansätzen (kulturanthropologische Erforschung narrativer Kulturen, Emotionsforschung, Verfahrenswissenschaften, Rural und Valuation Studies, Multispecies Ethnography).

    Um den komplexen Prozess des Wolfsmanagements analytisch möglichst weit zu fassen, wird im geplanten Projekt auf zwei verschiedene, miteinander interagierende Ebenen fokussiert, die in zwei Teilprojekten analysiert werden:

    Teilprojekt 1:

    Marlis Heyer fokussiert sich in ihrer Forschung auf Narrative zu Wolfsrückkehr, Wolfsmanagement und dem Zusammenleben von Menschen und Wölfen. Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf die Lausitz als Wolfskerngebiet und findet in Zusammenarbeit mit dem Sorbischen Institut statt. Historische Überlieferungen werden genauso einbezogen wie aktuelle Diskurse sowie Alltagsnarrationen der menschlichen Akteur_innen im Feld.  

    Teilprojekt 2:

    Das am Beispiel des Bundeslandes Niedersachsen arbeitende Teilprojekt von Irina Arnold fokussiert im Besonderen auf die Erforschung der Mensch-Tier-Interaktionen und –Beziehungen. Es zielt darauf, den Lernprozess zwischen Wölfen, Menschen und anderen tierlichen Akteuren (Schafe, Rinder, Pferde, Hunde) zu verstehen, fragt nach Erfahrungen, den damit verbundenen Vorstellungen und dem erworbenen Wissen sowie Emotionen und den Möglichkeiten eines konfliktarmen Zusammenlebens.   

    Veranstaltungen

    Wölfen begegnen

    Ende Juni findet in Bautzen die internationale Tagung: „Encounters with Wolves: Dynamics and Futures“ statt. Interessierte können sich bis 17. Juni 2018 anmelden.

    Die Rückkehr der Wölfe nach Mittel- und Zentraleuropa wird seit den 1990er-Jahren mit wachsender Aufmerksamkeit verfolgt. Die Lausitz ist gewissermaßen das Kernland der deutschen Wolfspopulation. Darum bietet diese ostdeutsche Region eine ganz spezifische Atmosphäre, um über Begegnungen zwischen Wölfen und Menschen zu diskutieren.

    Die internationale und interdisziplinäre Tagung „Encounters with Wolves: Dynamics and Futures“ findet vom 27. bis 29. Juni 2018 in Bautzen statt. Dort wird das Thema aus vielfältigen Perspektiven und unterschiedlichen europäischen Sichtweisen betrachtet.

    Die Teilnehmenden werden Entwicklungen und Dynamiken im Aufeinandertreffen von Wölfen und Menschen (und vielen anderen Lebewesen) in europäischen Ländern kennenlernen. Fachleute aus Albanien, Polen, Finnland, Norwegen, Großbritannien, Deutschland und der Schweiz halten die Vorträge.

    Drei Einrichtungen als Veranstalter

    Veranstaltet wird die Tagung vom Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU), vom Institut für Sozialanthropologie und Empirische Kulturwissenschaft der Universität Zürich und vom Sorbischen Institut Bautzen.

    Wer teilnehmen möchte, soll sich bis Sonntag, 17. Juni 2018, bei Dr. Susanne Hose vom Sorbischen Institut anmelden, susanne.hose@serbski-institut.de

    Zwei Forschungsprojekte über Wölfe

    Die Tagung wird im Rahmen zweier kulturwissenschaftlicher Forschungsprojekte ausgerichtet, die in Deutschland und der Schweiz angesiedelt sind:
    - das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Projekt „Die Rückkehr der Wölfe. Kulturanthropologische Studien zum Prozess des Wolfsmanagements in der Bundesrepublik Deutschland“ wird von Professorin Michaela Fenske geleitet, Inhaberin des Lehrstuhls für Europäische Ethnologie/Volkskunde an der JMU. Im Projekt arbeiten die Doktorandinnen Irina Arnold und Marlis Heyer mit.

    - vom Schweizerischen Nationalfonds wird das Projekt „Wölfe: Wissen und Praxis. Ethnographien zur Wiederkehr der Wölfe in der Schweiz“ finanziert. Leiter ist Professor Bernhard Tschofen von der Universität Zürich; zu seinem Team gehören die Promovenden Elisa Frank und Nikolaus Heinzer.

    Weitere Infos:

    Programm der Tagung

    Projekt Prof. Tschofen, Zürich 

    Kontakt

    Prof. Dr. Michaela Fenske, Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde

    Presse / Medienbeiträge

    "Wo der Wolf Fährten hinterlässt" - Pressemitteilung zum Workshop "Wölfe in Niedersachsen" im Museumsdorf Hösseringen am 25.05.2018

    Bericht in der Main-Post vom 4. Dezember 2017

    Promotionsprojekte

    Daniel Best: Landwirtschaft im Umbruch – Menschen, Technik, Politiken im Zeitalter des Digitalen

    Isabella Kölz: Design im Alltag. Eine ethnografische Annährung an lebensweltliche Effekte industrieller Formgebung (Arbeitstitel)

    So selbstverständlich und alltäglich massenproduzierte Dinge erscheinen, sie müssen als Objekte von Strukturen des Zivilisationsprozesses der Moderne betrachtet werden. Industriedesign ist in Theorie und Praxis immer in den wirtschaftlichen, technologischen und kulturellen Funktionszusammenhang jener gesellschaftlichen Ordnungen eingebettet, die sich seit der industriellen Revolution als Herrschaftsstrukturen entfalten. Die Dinge unseres Alltags können somit als sinnlich wahrnehmbare Organisationsformen dieser Ordnungen verstanden werden (vgl. Selle 1973: 16) und (Produkt)Gestalter*innen als machtwirksame Akteur*innen in Mensch-Ding-Beziehungen. Das Dissertationsprojekt befasst sich mit gegenwärtigen alltäglichen Aushandlungen von Menschen und gestalteten massenkulturellen Gebrauchsgegenständen (Produkten). Mich beschäftigen Fragen danach, wie gestaltete Dinge in unser Leben, unsere Wahrnehmungen, Alltagspraktiken, Vorstellungen und Gewohnheiten eingreifen (vgl. Selle 2007: 12). Ich interessiere mich für Motive, Entstehungsbedingungen, Absichten und Auswirkungen (Ruppert 1993: 12) von Design im Alltag. Das Dissertationsprojekt soll mithin die lebensweltlichen Effekte von Design untersuchen. Im Fokus der Arbeit werden Gebrauchsgegenstände stehen, über deren Wirkungen und Nutzungen unter anderem Rückschlüsse auf Logiken spätmoderner Konsumkultur und alltäglichen Mensch-Ding-Verhältnissen möglich sind. Um der Frage nach den Auswirkungen von Design im Alltag ethnografisch nachzuspüren, bildet – so die Ausgangsthese der geplanten Arbeit – der Moment der Konfrontation mit industriell gefertigten Produkten einen wichtigen Zugang zu. In der Auseinandersetzung mit den gestalteten Dingen zeigt sich, ob die von den Gestalter*innen erdachten Produkt-Lösungen als solche funktionieren. Über die Beobachtung der Konfrontation mit den Dingen gehe ich davon aus, dass Design im Alltag dann wichtig wird, wenn es nicht leistet, was es vermeintlich soll. Anhand solcher „design fails“ können Aussagen über alltägliche Vorstellungen von Design und über Designer*innen, bzw. über gegenwärtige Verhältnisse von Gestalter*innen, Konsument*innen und Gebrauchsgegenständen gemacht werden.

    Literatur:
    Ruppert, Wolfgang (Hg): Fahrrad, Auto, Fernsehschrank. Zur Kulturgeschichte der Alltagsdinge. Frankfurt a.M.1993.
    Selle, Gert: Design im Alltag. Vom Thonestuhl zum Mikrochip. Frankfurt a.M./New York 2007.
    Selle, Gert: Ideologie und Utopie des Design. Zur gesellschaftlichen Theorie der industriellen Formgebung. Köln 1973.

    Felix Linzner: Biologistisch-rassistische Gesellschaftskonzeptionen im Zeichen der Krise: Willibald Hentschels Einfluss auf das Bürgertum in Kaiserreich und Weimarer Republik

    Der Chemiker, Biologe sowie Schriftsteller und Agitator Willibald Hentschel nahm eine besondere Stellung in der völkischen Bewegung in Deutschland ein. Dies äußerte sich vor allem in der Kritik an dem 1904 von ihm verfassten Mittgart-Projekt, das auch aus den völkischen Kreisen selbst scharfe Ablehnung erfuhr. Hentschels Welt- und Geschichtsbild kann als Produkt eines völkischen Pessimismus gesehen werden, der von Degenerationsangst, vermeintlichem Rassenverfall, Antiurbanismus, Antisemitismus und Rassismus geprägt war. Diesem Pessimismus begegnete Hentschel mit dem Werk Mittgart – Ein Weg zur Erneuerung der germanischen Rasse. Er beschrieb darin ein Zuchtprogramm mit dem Ziel der 'rassischen Erneuerung'. Durch bewusste Eingriffe in die `natürliche Selektion´ sollten positive Auswahlprozesse bewirkt werden, die letztendlich zu einer Verbesserung, `Aufartung´ oder `Veredlung´ der betreffenden Population führen sollte. Diese Konzepte sind symptomatisch in der häufig als Krisen- oder Umbruchszeit interpretierten Moderne. Sie dienten vor allem dem wilhelminischen Bürgertum sowie dem der Weimarer Republik als Impuls und sammelte durchaus heterogene Vorstellungen sowie Ideologien, deren jeweilige AgitatorInnen inklusive. Der weitverbreitete Antiurbanismus, Natur- und Agrarästhetisierung, die Kritik an Industrialisierung sowie die Ängste und Sorgen um `Degeneration, rassischen und nervlichen Verfall fanden ihren fatalen Konnex in Sozialdarwinismus, Rassismus und Eugenik. Hinzu kam die Popularisierung der Biologie und Evolutionstheorie.

    Hentschels Wirken zeigte Schnittmengen mit der Lebensreform, Jugend- und völkischer Bewegung und bildet gleichzeitig den Rand des Diskurses ab. Über Hentschels rege Publikationstätigkeit und vor allem über seine Zeitschriftenartikel und deren Rezensionen sowie die Rezeption soll das Eindringen seiner Ideen in breitere gesellschaftliche Schichten nachgezeichnet werden. Die Arbeit soll darüber hinaus einen Beitrag zur Analyse des Netzwerkes Völkische Bewegung leisten.

    Elisabeth Luggauer: Beziehungen zwischen Menschen und (streunenden) Hunden. Eine multispecies ethnography in der städtischen Kultur Podgoricas 

    Projekte aus der Lehre

    Bienen − Menschen – Gärten. Ausstellungsprojekt für die Landesgartenschau 2018. Kooperation von Europäischer Ethnologie/Volkskunde und Museologie

    Bienen gelten als Schlüsselspezies des 21. Jahrhunderts. Sie verbinden Naturen und Kulturen sowie Flora und Fauna, Menschen mit Räumen, aber auch mit anderen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Kaum ein Tier erfreut sich momentan einer vergleichbar hohen Aufmerksamkeit in Wissenschaften und Gesellschaften wie die Honigbiene. Die im April 2018 in Würzburg beginnende Landesgartenschau (LGS) haben Studierende und Lehrende der Europäischen Ethnologie/Volkskunde sowie Museologie nun zum Anlass genommen, um die Potentiale kulturwissenschaftlicher Bienenforschung in die öffentliche Auseinandersetzung einzubringen. Sie setzen dabei auch auf den Dialog mit der in Würzburg bereits seit langem überaus erfolgreich betriebenen naturwissenschaftlichen Bienenforschung. In engem Austausch stehen die Kulturwissenschaftler*innen zudem mit den lokalen Imker*innen.

     

     

    Inhaltlich erarbeiteten die rund 50 Studierenden im Verlaufe des WS 2017/18 unter Leitung von Prof. Dr. Guido Fackler, Prof. Dr. Michaela Fenske, Franziska Gleichauf BA und Anna-Sophie Karl MA historisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven zum Thema, etwa: in der Populärkultur, Symbolische Dimensionen oder Ökonomien sowie Mythologie und Glaubensvorstellungen. Den spezifischen Rahmenbedingungen einer LGS trägt die in Planung befindliche Ausstellung wiederum Rechnung, indem sie sich auf die typischen Zielgruppen und Rezeptionsbedingungen einstellt. Es wird sich also um keine trockene, wissenschaftliche Poster-Präsentation, sondern um eine richtige Ausstellung handeln. Die Ausstellungsgestaltung leitet sich dabei aus dem Inhalt ab und hat den Anspruch, durch didaktische und szenographische Mittel die Aufmerksamkeit der Besuchenden zu erregen. Zudem wird die Präsentation auf der LGS durch ein Begleitprogramm und ein gestalterisch an die Ausstellung angelehntes Werbe- und Marketingkonzept abgerundet. Das im Rahmen des Ausstellungsprojekts erarbeitete Fachwissen wird also didaktisch reduziert und abwechslungsreich aufbereitet präsentiert.

    Weitere Informationen:

    Bericht aus der NeuePresse Coburg vom 05. Juni 2018 

    Bildergalerie zur Ausstellung "Aus der Wabe in die Welt"

    Flyer zur Ausstellung

    Flyer des Begleitprogramms für die Bienenausstellung

    Bericht in der Main-Post vom 27. März 2018

    Ausstellungskatalog "Aus der Wabe in die Welt"


     

    W. ist eine schöne Stadt

    "Stadtfotografie" heißt das Seminar, das ich im Sommersemester 2017 an der Universität Würzburg im Fach Europäische Ethnologie/Volkskunde angeboten habe. Die Idee dazu kommt von der Feststellung, dass das offizielle Bild vieler Städte extrem konzentriert ist auf eine Reihe besonders fotogener Postkarten-Ansichten. In Würzburg sind das in erster Linie: 
    Die Festung, die Residenz und das sog. Käppele.

    Die Aufgabe im Seminar war es, ausgehend von der Beschäftigung mit diesen Klischees einen umfassenderen Blick auf Würzburg zu entwickeln und die Stadt dann fotografisch zu erforschen. 
    Die grundlegende Methode ist dabei der Wahrnehmungsspaziergang, das Erkunden zu Fuß. Zuerst war nur Beobachtung gefragt. In einer späteren Phase sollten diese Beobachtungen dann mit den Mitteln der Fotografie in eine Form gebracht werden, die uns einen Erkenntnisgewinn liefert. 
    Meine Teilnehmerinnen studieren an der Uni das Fach Europäische Ethnologie/Volkskunde, sie sind also keine Fotografen oder Gestalter, sondern angehende Kulturwissenschaftler. Deswegen war es sinnvoll, das Projekt als kollektive Fotoarbeit umzusetzen. Das heißt: Die Studierenden haben selbständig verschiedene Stadtteile erkundet und nach aussagekräftigen Motiven gesucht. Die Aufnahmen haben wir dann gemeinsam in der Gruppe gemacht.
    Thematisch zeigen die entstandenen Bilder vor allem die Peripherie der Stadt, also Bereiche, die nicht zum geläufigen image von Würzburg gehören und die sonst auch keine besondere Beachtung bekommen.
    Uns ist dabei klar geworden, wie gut Fotografie als Prozess einer Bewusstmachung funktionieren kann: Über das Machen und Auswählen der Bilder ergeben sich Gedanken und Diskussionen, wie Lebensräume gestaltet sind – ganz konkret:
    wie viel Fläche unserer Umwelt wir heute verbrauchen für eine Infrastruktur, die die Menschen aber am liebsten nicht sehen möchten. 
    Ein wesentlicher Punkt im Seminar war die Frage, ob und wie sich Fotografie für eine sinnvolle Form von gesellschaftlicher Einmischung eignet. Wir waren uns einig, dass Forschung nicht bedeuten muss, sich neutral herauszuhalten aus gesellschaftsrelevanten Themen.
    Die Frage ist also, wie wir mit unseren Stadtbildern visuelle Denkimpulse in die Stadtgesellschaft zurückgeben können.
    Diese Rückbindung ins Feld halten wir für ganz wichtig. Allein mit dem Herstellen der Bilder und dem Zeigen im akademischen Rahmen ist es nicht getan. So haben wir unsere Intervention "W. ist eine schöne Stadt" geplant mit zehn Motiven auf 2500 Postkarten, die wir in Würzburg verbreiten, etwa, indem wir die Postkartenständer von Touristenläden damit füllen.

    Zusätzlich zu unserer wissenschaftlichen Erkenntnis geht es uns auch um den medienkritischen Aspekt, simplifizierende, auf Stereotype fixierte visuelle Kommunikation zu hinterfragen, die ein bestimmtes image einer Stadt erzeugt und zu stabilisieren versucht. Diese visuelle Deutungshoheit von Stadtmarketing wollen wir ein Stück weit unterwandern. Ich denke, eine ästhetisch ausgelöste Irritation kann dafür ein erster Schritt sein.

    Seminarleitung und Text: Christoph Naumann-Zimmer
    Beteiligte Studierende: Julia Montero Deistler, Laura Duchet, Lara Kühn, Laura Meuser, Josephine Neubert, Rafael Siegemund, Richarda Truchseß von und zu Wetzhausen
    Weitere Informationen: Homepage des Projekts


    Kooperation zwischen dem “Internet – Von Senioren für Senioren e.V.” und dem Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    In diesem Sommersemester 2018 findet am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde ein Forschungskolloquium mit dem Titel „Plurale Literalitäten“ statt. Literalität beschränkt sich nämlich heute keineswegs nur auf das klassische Lesen und Schreiben. Die Digitalisierung konfrontiert uns mit einer Vielzahl an neuen Zeichensystemen, die es zu verstehen gilt. Für sog. „digital natives“, also mit digitalen Medien aufgewachsene Menschen, ist das kein Problem. Andere stellt dies allerdings zunehmend vor eine große Herausforderung. Dieser stellen sich die vielen ehrenamtlich Beschäftigten des Vereins „Internet – Von Senioren für Senioren e.V.“

    In diesem Kontext haben drei Master-Studierende des Faches Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Würzburg ein Projekt geplant, das sich ebenfalls mit diesen Herausforderungen im Rahmen des Forschungskolloquiums „Plurale Literalitäten“ beschäftigen wird. Sie werden deshalb in der Zeit zwischen Juni und September regelmäßig das Internetcafe im Seniorenzentrum St. Thekla besuchen und dort auch selbst ehrenamtlich tätig sein. Dabei soll direkt im Lebensalltag nachvollzogen werden, wie Seniorinnen und Senioren mit den Herausforderungen der Digitalisierung umgehen und diese zu meistern versuchen.

    In Folgendem sollen die drei Studierenden kurz vorgestellt werden:

     

    Pearl Sue Carper B.A.
    Master-Studierende und wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Würzburg  

    Stephanie Müller B.A.
    Master Studierende am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Würzburg

    Alexander Zwurtschek B.A.
    Master Studierender, wissenschaftliche Hilfskraft, Tutor und Lehrbeauftragter am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Universität Würzburg

    Weitere Informationen:  Internet „Von Senioren für Senioren“ e. V.

    Insektendämmerung

    Interdisziplinäres Kooperationsprojekt zum Insektensterben

    Am 27. April 2018 fand mit dem Workshop "Insektendämmerung? Interdisziplinäre Gespräche über das beschleunigte Artensterben im 21. Jahrhundert" der Auftakt zu einem interdisziplinären Kooperationsprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Michaela Fenske und Prof. Dr. Jürgen Tautz statt.

    Pressemitteilung Workshop "Insektendämmerung?"

    Pressebericht in der Main-Post über die Auftaktveranstaltung

    Frühere Projekte

    Ausstellungsbegleitende Projekte: 

    "Main & Meer" - Interdisziplinäres Projektseminar zur Bayerischen Landesausstellung 2013 

    Vom Wintersemester 2011/2012 bis zum Sommersemester 2012 fand an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ein interdisziplinäres Seminar als Kooperation der Fächer Museologie und Europäische Ethnologie/Volkskunde mit dem Haus der Bayerischen Geschichte mit dem Titel „Main und Meer – Recherchen zur und Einblicke in die Bayerische Landesausstellung 2013 des Hauses der Bayerischen Geschichte in Schweinfurt“ statt. Virtuelle Ausstellung zur Bayerischen Landesausstellung 2013 "Main & Meer"

    "Bettler, Jauner, Galgenvögel - Fahrendes Volk im Focus der Justiz" 

    Vom Wintersemester 2012/13 bis zum Sommersemester 2013 entstand in Zusammenarbeit mit dem Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld die Ausstellung "Bettler, Jauner, Galgenvögel - In den Fängen der Justiz". Mehr zur Ausstellung.


    Forschungsprojekte:

    Würzburger Zeitzeug_innen 1945-1954

    Verantwortlich: Prof. Dr. Christoph Daxelmüller, weitere Beteiligte: Jörg Fuchs M.A. sowie Julia Hasenstab, Constanze Köppe, Christoph Naumann und Margareta Sauer
    Status: Abgeschlossen

    Nachkriegszeit auf dem Land

    Verantwortlich: Prof. Dr. Christoph Daxelmüller und Jörg Fuchs M.A.
    Status: Abgeschlossen
    Weitere Informationen: Homepage des Projekts

    Das Lied der Moorsoldaten 1933-2000 

    Verantwortlich: Fietje Ausländer, Susanne Brandt, Guido Fackler
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Tondokumentation in Form einer Doppel-CD mit unterschiedlichen Aufnahmen des KZ Börgermoor von Häftlingen verfassten "Moorsoldatenlieds" aus den Jahren 1937 bis 1999 und weiteren Tondokumenten sowie 64seitigem Beiheft.
    Bibliographie: Ausländer, Fietje/Brandt, Susanne/Fackler, Guido: Das Lied der Moorsoldaten 1933 bis 2000. Bearbeitungen - Nutzungen - Nachwirkungen. Hg. vom Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager (Papenburg) in Kooperation mit der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv (Frankfurt a.M./Potsdam - Babelsberg). Papenburg 2002.
    InformationenDas Lied der Moorsoldaten   

    Wallfahrtsinventarisation

    Verantwortlich: Dr. Hans Dünninger, Horst Schopf
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation    

    Pilgerzeichenkartei 

    Verantwortlich: Birgit Jauernig, M.A. in Verbindung mit Prof. Dr. Kurt Köster, Frankfurt
    Status: Abgeschlossen
    Materialien: im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg   

    Ethnologie Française und deutsche Volkskunde 

    Verantwortlich: Dr. Michaela Brandstetter-Köran M.A., Rosemarie Griebel-Kruip, M.A., Wassilia von Hinten, M.A.
    Status: Abgeschlossen   

    Bibliographie zur Massenbilderforschung 

    Verantwortlich: Prof. Dr. Wolfgang Brückner
    Status: -   

    Verbleibstudie Würzburger Volkskundler und Volkskundlerinnen 1975-1995 

    Verantwortlich: Bettina Keß, M.A.
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation   

    Heimat und Arbeit in Thüringen und Franken  

    Verantwortlich: Prof. Dr. Wolfgang Brückner, Matthias Wagner M.A.
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Wanderausstellung und Begleitpublikation    

    Superstitio

    Verantwortlich: Prof. Dr. Dieter Harmening
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation  

    Hexen 

    Verantwortlich: Prof. Dr. Dieter Harmening
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation


    Ausstellungen

    200 Jahre Franken in Bayern (2006) 

    Landesausstellung des Bayerischen Hauses für Geschichte    

    GeWOHNheiten (2005) 

    Vom alltäglichen Umgang mit Möbeln   

    Soundscapes (2004) 

    Würzburger Klangräume - Eine Ausstellung über Musik in Würzburg  

    Von "Euro" bis "Herr der Ringe" (2003) 

    Die Highlights 2002  

    Magie des Wissens (2002) 

    Athanasius Kircher - 1602-1680

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    Kontakt

    Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde
    Am Hubland
    97074 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-85608
    E-Mail

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