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Intern
    Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Volkskunde

    DFG-Projekt: „Die Rückkehr der Wölfe. Kulturanthropologische Studien zum Prozess des Wolfsmanagements in der Bundesrepublik Deutschland.“

    Leitung:  Prof. Dr. Michaela Fenske  

    Mitarbeiterinnen: Irina Arnold, M.A.

    Marlis Heyer, M.A. 

    Projektförderung: DFG

    Dauer: 2017-2020

    Projektbeschreibung

    Im Mittelpunkt des beantragten Projekts steht die Analyse der wachsenden gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Rückkehr der Wölfe nach Mitteleuropa. Der in Gesellschaft und Politik etablierte Begriff Wolfsmanagement wird im geplanten Vorhaben forschungspragmatisch operationalisiert und weit gefasst. Er bezieht die in der Gesellschaft geführten Debatten, handlungswirksamen Vorstellungen, Praktiken, Haltungen und Werte sowie nicht zuletzt die konkreten Mensch-Tier-Interaktionen ein. Die an den Begriff gebundenen Annahmen, etwa der

    Kontrollier- und Beherrschbarkeit von Leben (hier konkret des Lebens von Wölfen) durch Menschen, werden dezidiert reflektiert. Anhand der Rückkehr der Wölfe in die Bundesrepublik Deutschland fragt das geplante Projekt nach dem sich im Wolfsmanagement manifestierenden Zusammenwirken von Vorstellungen, Wissen und Praktiken (inklusive Emotionen); nach der Aushandlung von Räumen, Werten sowie Rechten der beteiligten menschlichen und tierlichen Akteur/innen; nach Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen; nach den zu Grunde liegenden Verständnissen von Natur sowie den verschiedenen Inwertsetzungen. Konkret geht es darum zu verstehen, was in Deutschland an und über „den Wolf“ sowie mit dem Wolf bzw. mit den Wölfen verhandelt wird. Wofür stehen Wölfe in den jeweiligen Debatten, in verschiedenen sozialen Milieus und Medien? Sind Wölfe Auslöser, Betroffene oder gar Profiteure aktueller gesellschaftlicher Konflikte? Decken die mit der Rückkehr der Wölfe verbundenen Konflikte sozio-ökonomischen Wandel wie den Strukturwandel im ländlichen Raum auf? Wirken die tierlichen Einwanderer womöglich als Katalysatoren eines im Zuge der Globalisierung beschleunigten Wandels in der „Vielfachkrise“ des 21. Jahrhunderts?

    Mit seinen Fragestellungen knüpft das Projekt an unterschiedliche Forschungskontexte an, positioniert sich in spezifischen Forschungsfeldern (kultur- und sozialwissenschaftliche Wildtierforschung, „Anthropology beyond humanity“), und kombiniert diese Zugänge mit weiteren Forschungsperspektiven und –ansätzen (kulturanthropologische Erforschung narrativer Kulturen, Emotionsforschung, Verfahrenswissenschaften, Rural und Valuation Studies, Multispecies Ethnography).

    Um den komplexen Prozess des Wolfsmanagements analytisch möglichst weit zu fassen, wird im geplanten Projekt auf zwei verschiedene, miteinander interagierende Ebenen fokussiert, die in zwei Teilprojekten analysiert werden:

    Teilprojekt 1:

    Marlis Heyer fokussiert sich in ihrer Forschung auf Narrative zu Wolfsrückkehr, Wolfsmanagement und dem Zusammenleben von Menschen und Wölfen. Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf die Lausitz als Wolfskerngebiet und findet in Zusammenarbeit mit dem Sorbischen Institut statt. Historische Überlieferungen werden genauso einbezogen wie aktuelle Diskurse sowie Alltagsnarrationen der menschlichen Akteur_innen im Feld.  

    Teilprojekt 2:

    Das am Beispiel des Bundeslandes Niedersachsen arbeitende Teilprojekt von Irina Arnold fokussiert im Besonderen auf die Erforschung der Mensch-Tier-Interaktionen und –Beziehungen. Es zielt darauf, den Lernprozess zwischen Wölfen, Menschen und anderen tierlichen Akteuren (Schafe, Rinder, Pferde, Hunde) zu verstehen, fragt nach Erfahrungen, den damit verbundenen Vorstellungen und dem erworbenen Wissen sowie Emotionen und den Möglichkeiten eines konfliktarmen Zusammenlebens.   

    Promotionsprojekte

    Daniel Best: Landwirtschaft im Umbruch – Menschen, Technik, Politiken im Zeitalter des Digitalen

    Isabella Kölz: Design im Alltag. Eine ethnografische Annährung an lebensweltliche Effekte industrieller Formgebung (Arbeitstitel)

    Felix Linzner: Biologistisch-rassistische Gesellschaftskonzeptionen im Zeichen der Krise: Willibald Hentschels Einfluss auf das Bürgertum in Kaiserreich und Weimarer Republik

    Elisabeth Luggauer: Beziehungen zwischen Menschen und (streunenden) Hunden. Eine multispecies ethnography in der städtischen Kultur Podgoricas 

    Projekte aus der Lehre

    Bienen − Menschen – Gärten. Ausstellungsprojekt für die Landesgartenschau 2018. Kooperation von Europäischer Ethnologie/Volkskunde und Museologie

    Bienen gelten als Schlüsselspezies des 21. Jahrhunderts. Sie verbinden Naturen und Kulturen sowie Flora und Fauna, Menschen mit Räumen, aber auch mit anderen Menschen unterschiedlicher Herkunft. Kaum ein Tier erfreut sich momentan einer vergleichbar hohen Aufmerksamkeit in Wissenschaften und Gesellschaften wie die Honigbiene. Die im April 2018 in Würzburg beginnende Landesgartenschau (LGS) haben Studierende und Lehrende der Europäischen Ethnologie/Volkskunde sowie Museologie nun zum Anlass genommen, um die Potentiale kulturwissenschaftlicher Bienenforschung in die öffentliche Auseinandersetzung einzubringen. Sie setzen dabei auch auf den Dialog mit der in Würzburg bereits seit langem überaus erfolgreich betriebenen naturwissenschaftlichen Bienenforschung. In engem Austausch stehen die Kulturwissenschaftler*innen zudem mit den lokalen Imker*innen.

     

     

    Inhaltlich erarbeiteten die rund 50 Studierenden im Verlaufe des WS 2017/18 unter Leitung von Prof. Dr. Guido Fackler, Prof. Dr. Michaela Fenske, Franziska Gleichauf BA und Anna-Sophie Karl MA historisch-kulturwissenschaftliche Perspektiven zum Thema, etwa: in der Populärkultur, Symbolische Dimensionen oder Ökonomien sowie Mythologie und Glaubensvorstellungen. Den spezifischen Rahmenbedingungen einer LGS trägt die in Planung befindliche Ausstellung wiederum Rechnung, indem sie sich auf die typischen Zielgruppen und Rezeptionsbedingungen einstellt. Es wird sich also um keine trockene, wissenschaftliche Poster-Präsentation, sondern um eine richtige Ausstellung handeln. Die Ausstellungsgestaltung leitet sich dabei aus dem Inhalt ab und hat den Anspruch, durch didaktische und szenographische Mittel die Aufmerksamkeit der Besuchenden zu erregen. Zudem wird die Präsentation auf der LGS durch ein Begleitprogramm und ein gestalterisch an die Ausstellung angelehntes Werbe- und Marketingkonzept abgerundet. Das im Rahmen des Ausstellungsprojekts erarbeitete Fachwissen wird also didaktisch reduziert und abwechslungsreich aufbereitet präsentiert.

    Weitere Informationen:

    Bildergalerie zur Ausstellung "Aus der Wabe in die Welt"

    Flyer zur Ausstellung

    Flyer des Begleitprogramms für die Bienenausstellung

    Bericht in der Main-Post vom 27. März 2018


     

    W. ist eine schöne Stadt

    "Stadtfotografie" heißt das Seminar, das ich im Sommersemester 2017 an der Universität Würzburg im Fach Europäische Ethnologie/Volkskunde angeboten habe. Die Idee dazu kommt von der Feststellung, dass das offizielle Bild vieler Städte extrem konzentriert ist auf eine Reihe besonders fotogener Postkarten-Ansichten. In Würzburg sind das in erster Linie: 
    Die Festung, die Residenz und das sog. Käppele.

    Die Aufgabe im Seminar war es, ausgehend von der Beschäftigung mit diesen Klischees einen umfassenderen Blick auf Würzburg zu entwickeln und die Stadt dann fotografisch zu erforschen. 
    Die grundlegende Methode ist dabei der Wahrnehmungsspaziergang, das Erkunden zu Fuß. Zuerst war nur Beobachtung gefragt. In einer späteren Phase sollten diese Beobachtungen dann mit den Mitteln der Fotografie in eine Form gebracht werden, die uns einen Erkenntnisgewinn liefert. 
    Meine Teilnehmerinnen studieren an der Uni das Fach Europäische Ethnologie/Volkskunde, sie sind also keine Fotografen oder Gestalter, sondern angehende Kulturwissenschaftler. Deswegen war es sinnvoll, das Projekt als kollektive Fotoarbeit umzusetzen. Das heißt: Die Studierenden haben selbständig verschiedene Stadtteile erkundet und nach aussagekräftigen Motiven gesucht. Die Aufnahmen haben wir dann gemeinsam in der Gruppe gemacht.
    Thematisch zeigen die entstandenen Bilder vor allem die Peripherie der Stadt, also Bereiche, die nicht zum geläufigen image von Würzburg gehören und die sonst auch keine besondere Beachtung bekommen.
    Uns ist dabei klar geworden, wie gut Fotografie als Prozess einer Bewusstmachung funktionieren kann: Über das Machen und Auswählen der Bilder ergeben sich Gedanken und Diskussionen, wie Lebensräume gestaltet sind – ganz konkret:
    wie viel Fläche unserer Umwelt wir heute verbrauchen für eine Infrastruktur, die die Menschen aber am liebsten nicht sehen möchten. 
    Ein wesentlicher Punkt im Seminar war die Frage, ob und wie sich Fotografie für eine sinnvolle Form von gesellschaftlicher Einmischung eignet. Wir waren uns einig, dass Forschung nicht bedeuten muss, sich neutral herauszuhalten aus gesellschaftsrelevanten Themen.
    Die Frage ist also, wie wir mit unseren Stadtbildern visuelle Denkimpulse in die Stadtgesellschaft zurückgeben können.
    Diese Rückbindung ins Feld halten wir für ganz wichtig. Allein mit dem Herstellen der Bilder und dem Zeigen im akademischen Rahmen ist es nicht getan. So haben wir unsere Intervention "W. ist eine schöne Stadt" geplant mit zehn Motiven auf 2500 Postkarten, die wir in Würzburg verbreiten, etwa, indem wir die Postkartenständer von Touristenläden damit füllen.

    Zusätzlich zu unserer wissenschaftlichen Erkenntnis geht es uns auch um den medienkritischen Aspekt, simplifizierende, auf Stereotype fixierte visuelle Kommunikation zu hinterfragen, die ein bestimmtes image einer Stadt erzeugt und zu stabilisieren versucht. Diese visuelle Deutungshoheit von Stadtmarketing wollen wir ein Stück weit unterwandern. Ich denke, eine ästhetisch ausgelöste Irritation kann dafür ein erster Schritt sein.

    Seminarleitung und Text: Christoph Naumann-Zimmer
    Beteiligte Studierende: Julia Montero Deistler, Laura Duchet, Lara Kühn, Laura Meuser, Josephine Neubert, Rafael Siegemund, Richarda Truchseß von und zu Wetzhausen
    Weitere Informationen: Homepage des Projekts

    Frühere Projekte

    Ausstellungsbegleitende Projekte: 

    "Main & Meer" - Interdisziplinäres Projektseminar zur Bayerischen Landesausstellung 2013 

    Vom Wintersemester 2011/2012 bis zum Sommersemester 2012 fand an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg ein interdisziplinäres Seminar als Kooperation der Fächer Museologie und Europäische Ethnologie/Volkskunde mit dem Haus der Bayerischen Geschichte mit dem Titel „Main und Meer – Recherchen zur und Einblicke in die Bayerische Landesausstellung 2013 des Hauses der Bayerischen Geschichte in Schweinfurt“ statt. Virtuelle Ausstellung zur Bayerischen Landesausstellung 2013 "Main & Meer"

    "Bettler, Jauner, Galgenvögel - Fahrendes Volk im Focus der Justiz" 

    Vom Wintersemester 2012/13 bis zum Sommersemester 2013 entstand in Zusammenarbeit mit dem Fränkische Schweiz-Museum Tüchersfeld die Ausstellung "Bettler, Jauner, Galgenvögel - In den Fängen der Justiz". Mehr zur Ausstellung.


    Forschungsprojekte:

    Würzburger Zeitzeug_innen 1945-1954

    Verantwortlich: Prof. Dr. Christoph Daxelmüller, weitere Beteiligte: Jörg Fuchs M.A. sowie Julia Hasenstab, Constanze Köppe, Christoph Naumann und Margareta Sauer
    Status: Abgeschlossen

    Nachkriegszeit auf dem Land

    Verantwortlich: Prof. Dr. Christoph Daxelmüller und Jörg Fuchs M.A.
    Status: Abgeschlossen
    Weitere Informationen: Homepage des Projekts

    Das Lied der Moorsoldaten 1933-2000 

    Verantwortlich: Fietje Ausländer, Susanne Brandt, Guido Fackler
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Tondokumentation in Form einer Doppel-CD mit unterschiedlichen Aufnahmen des KZ Börgermoor von Häftlingen verfassten "Moorsoldatenlieds" aus den Jahren 1937 bis 1999 und weiteren Tondokumenten sowie 64seitigem Beiheft.
    Bibliographie: Ausländer, Fietje/Brandt, Susanne/Fackler, Guido: Das Lied der Moorsoldaten 1933 bis 2000. Bearbeitungen - Nutzungen - Nachwirkungen. Hg. vom Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager (Papenburg) in Kooperation mit der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv (Frankfurt a.M./Potsdam - Babelsberg). Papenburg 2002.
    InformationenDas Lied der Moorsoldaten   

    Wallfahrtsinventarisation

    Verantwortlich: Dr. Hans Dünninger, Horst Schopf
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation    

    Pilgerzeichenkartei 

    Verantwortlich: Birgit Jauernig, M.A. in Verbindung mit Prof. Dr. Kurt Köster, Frankfurt
    Status: Abgeschlossen
    Materialien: im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg   

    Ethnologie Française und deutsche Volkskunde 

    Verantwortlich: Dr. Michaela Brandstetter-Köran M.A., Rosemarie Griebel-Kruip, M.A., Wassilia von Hinten, M.A.
    Status: Abgeschlossen   

    Bibliographie zur Massenbilderforschung 

    Verantwortlich: Prof. Dr. Wolfgang Brückner
    Status: -   

    Verbleibstudie Würzburger Volkskundler und Volkskundlerinnen 1975-1995 

    Verantwortlich: Bettina Keß, M.A.
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation   

    Heimat und Arbeit in Thüringen und Franken  

    Verantwortlich: Prof. Dr. Wolfgang Brückner, Matthias Wagner M.A.
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Wanderausstellung und Begleitpublikation    

    Superstitio

    Verantwortlich: Prof. Dr. Dieter Harmening
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation  

    Hexen 

    Verantwortlich: Prof. Dr. Dieter Harmening
    Status: Abgeschlossen
    Ergebnis: Publikation


    Ausstellungen

    200 Jahre Franken in Bayern (2006) 

    Landesausstellung des Bayerischen Hauses für Geschichte    

    GeWOHNheiten (2005) 

    Vom alltäglichen Umgang mit Möbeln   

    Soundscapes (2004) 

    Würzburger Klangräume - Eine Ausstellung über Musik in Würzburg  

    Von "Euro" bis "Herr der Ringe" (2003) 

    Die Highlights 2002  

    Magie des Wissens (2002) 

    Athanasius Kircher - 1602-1680

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    Kontakt

    Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde
    Am Hubland
    97074 Würzburg

    Tel.: +49 931 31-85608
    E-Mail

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