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Intern
    Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Volkskunde

    Felix Linzner M.A.

    Felix Linzner M.A.

    Beschäftigter im wissenschaftlichen Dienst

    Sprechstunde:  Sprechstunden nach Terminvereinbarung. Bis auf Weiteres jedoch nur per Telefon oder Videokonferenz.

    Raum: 00.007
    Telefon: +49 931 31-80546
    E-Mail:  felix.linzner@uni-wuerzburg.de

    Weitere Informationen zur Person:
    2007-2013: Studium der Vergleichenden Kultur- und Religionswissenschaft (B.A.) und der Europäischen Ethnologie / Kulturwissenschaft (M.A.) an der Philipps-Universität Marburg, Praktikum im Museum für Sepulkralkultur (Kassel) und Studentische Hilfskraft als Tutor am Institut für Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-Universität.
    2013: Abschluss des Studiums mit der Masterarbeit zum Thema „Wort und Wissen – Ein ethnographischer Einblick in die Auslegung biblischer Schöpfungslehre.
    2014-2017: Lehrbeauftragter am Institut für Europäischen Ethnologie / Kulturwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg
    2016: Werkvertrag mit dem Land Hessen (vertreten durch den Direktor des Hessischen Staatsarchivs) zur Einrichtung einer Ausstellung.
    2016-2017: Tutor für das International Undergraduated Study Program Philipps-Universität Marburg
    04/2017-10/2017: Wissenschaftliche Hilfskraft zur Vorbereitung und Durchführung des 41. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv): "Wirtschaften – Kulturwissenschaftliche Perspektiven", Marburg 2017
    seit 10/2017: Beschäftigter im wissenschaftlichen Dienst am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie / Volkskunde der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
    seit 2018: Promovierend am Lehrstuhl für Europäische Ethnologie/Volkskunde der Justus-Maximilians-Universität Würzburg über "Biologistisch-rassistische Gesellschaftskonzeptionen im Zeichen der Krise: Willibald Hentschels Einfluss auf das Bürgertum in Kaiserreich und Weimarer Republik"

    Promotionsprojekt:
    Biologistisch-rassistische Gesellschaftskonzeptionen im Zeichen der Krise: Willibald Hentschels Einfluss auf das Bürgertum in Kaiserreich und Weimarer Republik  

    Der Chemiker, Biologe sowie Schriftsteller und Agitator Willibald Hentschel nahm eine besondere Stellung in der völkischen Bewegung in Deutschland ein. Dies äußerte sich vor allem in der Kritik an dem 1904 von ihm verfassten Mittgart-Projekt, das auch aus den völkischen Kreisen selbst scharfe Ablehnung erfuhr. Hentschels Welt- und Geschichtsbild kann als Produkt eines völkischen Pessimismus gesehen werden, der von Degenerationsangst, vermeintlichem Rassenverfall, Antiurbanismus, Antisemitismus und Rassismus geprägt war. Diesem Pessimismus begegnete Hentschel mit dem Werk Mittgart – Ein Weg zur Erneuerung der germanischen Rasse. Er beschrieb darin ein Zuchtprogramm mit dem Ziel der `rassischen Erneuerung´. Durch bewusste Eingriffe in die `natürliche Selektion´ sollten positive Auswahlprozesse bewirkt werden, die letztendlich zu einer Verbesserung, `Aufartung´ oder `Veredlung´ der betreffenden Population führen sollte. Diese Konzepte sind symptomatisch in der häufig als Krisen- oder Umbruchszeit interpretierten Moderne. Sie dienten vor allem dem wilhelminischen Bürgertum sowie dem der Weimarer Republik als Impuls und sammelte durchaus heterogene Vorstellungen sowie Ideologien, deren jeweilige AgitatorInnen inklusive. Der weitverbreitete Antiurbanismus, Natur- und Agrarästhetisierung, die Kritik an Industrialisierung sowie die Ängste und Sorgen um `Degeneration, rassischen und nervlichen Verfall fanden ihren fatalen Konnex in Sozialdarwinismus, Rassismus und Eugenik. Hinzu kam die Popularisierung der Biologie und Evolutionstheorie.

    Hentschels Wirken zeigte Schnittmengen mit der Lebensreform, Jugend- und völkischer Bewegung und bildet gleichzeitig den Rand des Diskurses ab. Über Hentschels rege Publikationstätigkeit und vor allem über seine Zeitschriftenartikel und deren Rezensionen sowie die Rezeption soll das Eindringen seiner Ideen in breitere gesellschaftliche Schichten nachgezeichnet werden. Die Arbeit soll darüber hinaus einen Beitrag zur Analyse des Netzwerkes Völkische Bewegung leisten.

    Publikationen